Veranstaltungen
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Clemens Brunn: »Die andere Seite« – Alfred Kubins fantastische Utopie des Untergangs
Haus Cajeth Haspelgasse 12, Heidelberg, Germany»Die andere Seite«, der einzige Roman des Zeichners Alfred Kubin (1877–1959), gibt der Deutung noch über hundert Jahre nach seinem Erscheinen 1909 Rätsel auf. Mit seiner plastischen Bildersprache, seiner düster-grotesken Grundanlage und seinen beklemmenden Schilderungen eines katastrophischen Geschehens, das sich genauso unausweichlich wie unverständlich zu vollziehen scheint, fasziniert und irritiert der Roman stets aufs Neue und gibt zu den unterschiedlichsten Interpretationen Anlaß.
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Norbert Greiner: Shakespeares unordentliche Welt – Selbsterkennungen, Selbstverkennungen, Selbsternennungen
Haus Cajeth Haspelgasse 12, Heidelberg, GermanyDie Gedenkjahre zu Shakespeares 450. Geburtstag (2014) und 400. Todesjahr (2016) haben erneut die Aufmerksamkeit einer breiteren interessierten Öffentlichkeit auf Shakespeares dramatisches Werk, dessen unverminderte Aktualität und dessen Einfluß auf das deutsche Geistesleben gelenkt. Der Vortrag versucht, einige der bestimmenden Problemkomplexe in Shakespeares Werk zu identifizieren, die sowohl die Umbruchstimmung der Frühen Neuzeit beschreiben als auch deren unverminderte Aktualität erkennen lassen. Unter den Begriffen der »Selbsternennung«, »Selbstverkennung« und »Selbsterkennung« werden zugleich die drei dramatischen Gattungen der Historienspiele, Komödien und Tragödien an Beispieltexten vorgestellt.
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Anita Djafari: Litprom – Netzwerk der Weltliteratur
Haus Cajeth Haspelgasse 12, Heidelberg, GermanyWeltliteratur hat viele Sprachen, viele Autorinnen und Autoren, viele Verlage und viele Leserinnen und Leser. In Deutschland hat sie eine Adresse: Litprom. Litprom – ehemals »Gesellschaft zur Förderung der Literatur aus Afrika, Asien und Lateinamerika e.V.« wurde 1980 gegründet vom damaligen Direktor der Frankfurter Buchmesse, Peter Weidhaas, von Verlegern, Journalisten und Universitätsprofessoren und setzt sich seither ein für die Verbreitung und Wahrnehmung außereuropäischer Literaturen im deutschsprachigen Raum – mit ganz unterschiedlichen Mitteln.
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»Strom auf der Tapete« – Lesung zum Peter-Härtling-Preis 2017
Haus Cajeth Haspelgasse 12, Heidelberg, GermanyDie Autorinnen Andrea Badey und Claudia Kühn schildern eine Reise ans Ende der Welt, das in diesem Roman im Oderbruch liegt. Stilsicher, witzig und zugleich mit großem Ernst lotsen sie ihre Figuren durch die kleinen und großen Katastrophen dieses Roadmovies… Kann das gut gehen? … Es geht gut, in jeder Hinsicht, in diesem rasanten, gegenwartstrunkenen und überraschend zärtlichen Roman.
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Kirschblüten und Brautgewand – ein lyrischer Brückenschlag zwischen Orient und Okzident
Haus Cajeth Haspelgasse 12, Heidelberg, GermanyEllen Althaus-Rojas und Studierende des Internationalen Studienzentrums der Universität Heidelberg gestalten einen lyrischen Brückenschlag zwischen Ost und West der ganz besonderen Art. Der Präsentation voran geht eine kurze Einführung in die traditionelle japanische Gedichtform des Haikus von dem Haiku-Experten Klaus-Dieter Wirth, Mitglied im Vorstand der Deutschen Haiku-Gesellschaft.
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Jörg Riecke: Luther, die Bibelübersetzung und die deutsche Sprache
Haus Cajeth Haspelgasse 12, Heidelberg, GermanyIn der deutschen Sprachgeschichte gibt es kaum einen anderen Autor, dessen sprachliches Wirken so eng mit der deutschen Sprache verknüpft wurde, wie dies für Martin Luther der Fall ist. Von Anfang an wurde das Sprachereignis Luther zum Inbegriff deutscher Kultur, gar zum Geburtsereignis der Sprache selbst überhöht, sein Stil von den einen nachgeahmt, von den anderen verhöhnt. Luther zwingt zur Positionierung, offensichtlich auch in der Sprachwissenschaft. Im Mittelpunkt der Argumentationen steht immer wieder die Bibel, als wichtigstes Übersetzungswerk Luthers. Sie ist jedoch nur eine, wenngleich herausgehobene Textsorte im Wirken des Reformators.
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Rolf-Bernhard Essig: Wer klagt an? »J’Accuse …!« und die Geburtsstunde der Intellektuellen
Antiquariat Hatry Haupstraße 119, Heidelberg, GermanyBösartige Karikaturen, Hetze und Verleumdungen in den Medien, wütende Großdemonstrationen, politischer Kampf bis hin zu Tätlichkeiten und Anschlägen, eine extrem polarisierte Öffentlichkeit. Das kommt uns bekannt vor und prägte doch schon vor etwa 120 Jahren das Frankreich der Affäre Dreyfus. Mittendrin Émile Zola (1840–1902), erfolgreicher und bewunderter Autor. Sein Engagement für den auf die Teufelsinsel verbannten Generalstäbler Alfred Dreyfus (1859–1935), vor allem sein Offener Brief »J’Accuse …!« verändern nicht nur sein Leben, sondern das politische Leben bis heute. Damals entstehen das Wort und das Konzept des Intellektuellen; damals kommt es auch schon zu Verteufelungen, Heiligenlegenden und zu einem folgenreichen Sündenfall dieser Form geistiger und politischer Existenz.
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Vernissage und Hoffest: »Hänsel und Gretel umarmen Schneewittchen«
Haus Cajeth Haspelgasse 12, Heidelberg, GermanyProgramm Begrüßung Barbara Schulz (Museum Haus Cajeth) / Grußwort Dr. Andrea Edel (Leiterin des Kulturamts und des Projekts UNESCO City of Literature Heidelberg) / Märchenwaldinstallation im Hof: Prof. Iris-Susan Fäth mit Projektteam Hochschule Mainz / Gedankenspielereien zur literarischen Gattung „Märchen“: Dr. Matthias Wermke (Vorsitzender des Freundeskreises Literaturhaus Heidelberg e.V.) / Märchenhaft musikalische Intermezzi: Manuela Weiss, Klavier und Drehorgel.
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Franz Maciejewski: »Seit ein Gespräch wir sind …«. Paul Celan und Martin Heidegger in Todtnauberg
Haus Cajeth Haspelgasse 12, Heidelberg, GermanyAm 25. Juli 1967 – nach einer Lesung des Dichters im Freiburger Auditorium maximum am Vortage – kam es in Todtnauberg zur ersten persönlichen Begegnung von Paul Celan und Martin Heidegger. Anläßlich des 50sten Jahrestages vergegenwärtigt Franz Maciejewski mit seinem poetischen Text Fahrt durchs Gebirg, geschrieben in der Weise des sich erinnernden Dichters und ihm zum Gedächtnis, jenes ebenso epochale wie beklemmende Treffen. Zur Diskussion gestellt werden begleitend die Referenzpunkte der den Text prägenden Semantik, ein engmaschiges Netz intertextueller Bezüge zu Autoren wie Büchner, Kafka, Benjamin, Adorno.
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Jürgen Lodemann: »Gegen Drachen. Reden eines Freibürgers«
Haus Cajeth Haspelgasse 12, Heidelberg, GermanyJürgen Lodemanns feuriges Drachenbuch versammelt unter der Parole von 1848 – trotz alledem und in bester republikanischer Tradition – herzhaft-kämpferische Reden, die der Autor in Universitäten, vor und in Rathäusern oder vor Atomkraftwerken gehalten hat. Reden gegen Gier und Schwindel bei Stuttgart 21, gegen den neu-alten Nationalwahn, gegen folgenreiches Versagen von Germanisten (Fälschung des Nibelungenlieds), Geologen, Atomexperten und Bahnfachleuten.
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Matinée mit Fabulust: »Östlich der Sonne und westlich des Mondes«
Haus Cajeth Haspelgasse 12, Heidelberg, GermanyMit Märchen, Klang und Bildern tauchen Sie ein in die mystische Welt eines Märchens für Erwachsene. Die Liebe zum Wahren und der Hang zum Wunderbaren ist allen Märchen eigen. Lassen Sie sich mitnehmen auf eine Reise „Östlich der Sonne und westlich des Mondes“, umrahmt von mittelalterlichen Gesängen und Instrumentalstücken. Irmela Kopp als Erzählerin und Bernadette Pack (Gesang, Shruti-Box und Organetto) treten seit Juli 2013 gemeinsam unter dem Namen FabuLust mit Märchen und Liedern auf und stimmen die Auswahl der Musikstücke und der Märchen aufeinander ab. Musik kann in die Welt der Märchen einführen, die Stimmung der Märchen aufnehmen, aber auch kommentieren. Als Gast: Annette Seiler (Cello).
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Jonas Lüscher: »Kraft«
Haus Cajeth Haspelgasse 12, Heidelberg, GermanyRichard Kraft, Rhetorikprofessor in Tübingen, wird von einem Weggefährten aus Studienzeiten ins Silicon Valley eingeladen, um dort einen Vortrag zu halten, der die Frage beantworten soll, warum alles, was ist, gut ist und wir es dennoch besser machen können. Ausgelobt sind eine Million Dollar – die meint Kraft gebrauchen zu können, denn er will seine derzeitige Ehe beenden und hat vier Kinder finanziell zu versorgen. Das Buch erzählt die wenigen Tage Krafts im Silicon Valley und dessen nicht gerade erfolgreichen Versuche, diesen Vortrag zu erstellen. Dabei werden uns Krafts Gedankengänge und Vergangenheit präsentiert: Ein »zerrissener« Mensch erscheint da, ein Anhänger »alteuropäischer« Ideen, der den bedingungslosen Fortschrittsoptimismus kalifornischer Entrepreneurs meint vertreten zu müssen.


