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Seit nunmehr 40 Jahren begleitet das Heidelberger Tandem Michael Braun und Hans Thill die Szene der zeitgenössischen Poesie in Deutschland. Die jüngste von ihnen komponierte Lyrik-Anthologie Aus Mangel an Beweisen (Verlag Das Wunderhorn. 320 Seiten) versammelt mit Texten von rund 100 Autorinnen und Autoren einen Kanon der deutschsprachigen Lyrik des 21. Jahrhunderts. Um die Aggregatzustände der gegenwärtigen Lyrik einzufangen, folgt sie einer bewährten Maxime: »Gedichte sind nicht zum Träumen da, sondern zum Aufwachen.« |
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Goethes Werk kreist, so die These des Vortrags, obsessiv um ein Leitmotiv: das der Hand. Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand, ein Gelehrter mit dem telling name Faust, ein tragischer Held, der Hand an sich legt, weil er keine Aussichten hat, die Hand einer geliebten Frau zu gewinnen und mit ihr Hand in Hand durchs Leben zu gehen – nicht nur diese Figuren fragen danach, inwieweit sie ihr Leben selbst in der Hand haben. Die tradierte Formel, daß »alles« in Gottes Hand liegt, verliert in der Goethezeit an Plausibilität. Wie Goethes Werk darauf reagiert, möchte der Vortrag erkunden. |
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