2026-08-07T00:00:00+02:00
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Don­ners­tag, 26. Febru­ar 2026, 19 Uhr
Haus Cajeth

Uwe Witt­stock liest aus »Mar­seil­le 1940«,
sei­nem neu­en Best­sel­ler nach dem Buch »Febru­ar 33«

1940 ist das dra­ma­tischs­te Jahr der deut­schen Lite­ra­tur­ge­schich­te. Im Hand­streich hat Hit­lers Wehr­macht Frank­reich besiegt. Die Gesta­po fahn­det nach den deut­schen Nazi­fein­den, die in Frank­reich Asyl gefun­den haben. Plötz­lich sind Hein­rich und Golo Mann, Anna Seg­hers und Han­nah Are­ndt, Lion Feucht­wan­ger, Franz Wer­fel und vie­le ande­re, die seit 1933 aus Deutsch­land flie­hen muss­ten, wie­der in Lebens­ge­fahr.

Uwe Witt­stock erzählt die Geschich­te ihrer Fluch­ten und ihrer Flucht­hel­fer streng nach den his­to­ri­schen Tat­sa­chen, nichts ist erfun­den. In Niz­za lauscht Hein­rich Mann bei Bom­ben­alarm und völ­li­ger Ver­dunk­lung den Nach­rich­ten von Radio Lon­don. Anna Seg­hers ver­sucht mit ihren Kin­dern zu Fuß aus Paris zu ent­kom­men. Lion Feucht­wan­ger sitzt in einem fran­zö­si­schen Inter­nie­rungs­la­ger gefan­gen, wäh­rend die SS-Ein­hei­­ten rasend schnell näher rücken.

Auf ihrer Flucht gelan­gen die­se Autoren nach Mar­seil­le, um von dort aus einen Weg in die Frei­heit zu suchen. Hier über­gibt Wal­ter Ben­ja­min sei­nen letz­ten Essay an Han­nah Are­ndt, bevor er zur Flucht über die Pyre­nä­en auf­bricht. Hier kreu­zen sich die Wege zahl­rei­cher deut­scher und öster­rei­chi­scher Schrift­stel­ler. Und hier ris­kie­ren der Ame­ri­ka­ner Vari­an Fry und sei­ne Mit­strei­ter Leib und Leben, um die Ver­folg­ten außer Lan­des zu schmug­geln. Vie­len gelingt die Flucht, ande­re geben auf und neh­men sich das Leben. Sze­nisch dicht und fein­füh­lig erzählt Uwe Witt­stock von unfass­ba­rem Mut und größ­ter Ver­zweif­lung, von trot­zi­ger Hoff­nung und Mit­mensch­lich­keit in düs­te­rer Zeit.

Mode­ra­ti­on: Andre­as F. Kell­etat.

Foto © Chris­toph Muk­her­jee

Uwe Witt­stock wur­de in Leip­zig gebo­ren und wuchs in Köln auf. Er war Lite­ra­tur­re­dak­teur der FAZ, Lek­tor im S.Fischer Ver­lag, Kul­tur­re­dak­teur der Tages­zei­tung Die Welt und bis 2017 Lite­ra­tur­chef des Nach­rich­ten­ma­ga­zins Focus. Seit­her ist er frei­er Schrift­stel­ler. Er hat Bio­gra­fien über Franz Füh­mann, Mar­cel Reich-Rani­­cki und Karl Marx ver­öf­fent­licht und erreich­te die Spie­­gel-Best­sel­ler­lis­te mit zwei erzäh­len­den Sach­bü­chern über dra­ma­ti­sche Kapi­tel der deut­schen Lite­ra­tur­ge­schich­te: Febru­ar 33 und Mar­seil­le 1940.

Zum Buch
Uwe Witt­stock: Mar­seil­le 1940. Die gro­ße Flucht der Lite­ra­tur. Mün­chen: C.H. Beck, 2024. 351 Sei­ten, mit 28 Abbil­dun­gen und 2 Kar­ten. 26 Euro.
Für die fran­zö­si­sche Über­set­zung des Buchs – Unter­ti­tel: »Quand la lit­té­ra­tu­re s’évade« (Als die Lite­ra­tur ent­kam) – ist Uwe Witt­stock als ers­ter Deut­scher mit dem jähr­lich ver­lie­he­nen Lite­ra­tur­preis der fran­zö­si­schen Résis­­tance-Kämp­­fer aus­ge­zeich­net wor­den.

wann & wo

Don­ners­tag, 26. Febru­ar 2026, 19 Uhr
Muse­um Haus Cajeth
Has­pel­gas­se 12
69117 Hei­del­berg

Ein­tritt: 8 Euro, ermä­ßigt 5 Euro

Mit Unter­stüt­zung von Hassbecker’s Gale­rie & Buch­hand­lung und der Gesell­schaft der Freun­de des Muse­ums Haus Cajeth e.V.

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