
Uwe Wittstock liest aus »Marseille 1940«
26. Februar, 19:00 – 21:00
Donnerstag, 26. Februar 2026, 19 Uhr
Haus Cajeth
Uwe Wittstock liest aus »Marseille 1940«,
seinem neuen Bestseller nach dem Buch »Februar 33«
1940 ist das dramatischste Jahr der deutschen Literaturgeschichte. Im Handstreich hat Hitlers Wehrmacht Frankreich besiegt. Die Gestapo fahndet nach den deutschen Nazifeinden, die in Frankreich Asyl gefunden haben. Plötzlich sind Heinrich und Golo Mann, Anna Seghers und Hannah Arendt, Lion Feuchtwanger, Franz Werfel und viele andere, die seit 1933 aus Deutschland fliehen mussten, wieder in Lebensgefahr.
Uwe Wittstock erzählt die Geschichte ihrer Fluchten und ihrer Fluchthelfer streng nach den historischen Tatsachen, nichts ist erfunden. In Nizza lauscht Heinrich Mann bei Bombenalarm und völliger Verdunklung den Nachrichten von Radio London. Anna Seghers versucht mit ihren Kindern zu Fuß aus Paris zu entkommen. Lion Feuchtwanger sitzt in einem französischen Internierungslager gefangen, während die SS-Einheiten rasend schnell näher rücken.
Auf ihrer Flucht gelangen diese Autoren nach Marseille, um von dort aus einen Weg in die Freiheit zu suchen. Hier übergibt Walter Benjamin seinen letzten Essay an Hannah Arendt, bevor er zur Flucht über die Pyrenäen aufbricht. Hier kreuzen sich die Wege zahlreicher deutscher und österreichischer Schriftsteller. Und hier riskieren der Amerikaner Varian Fry und seine Mitstreiter Leib und Leben, um die Verfolgten außer Landes zu schmuggeln. Vielen gelingt die Flucht, andere geben auf und nehmen sich das Leben. Szenisch dicht und feinfühlig erzählt Uwe Wittstock von unfassbarem Mut und größter Verzweiflung, von trotziger Hoffnung und Mitmenschlichkeit in düsterer Zeit.
Moderation: Andreas F. Kelletat.

Foto © Christoph Mukherjee
Uwe Wittstock wurde in Leipzig geboren und wuchs in Köln auf. Er war Literaturredakteur der FAZ, Lektor im S.Fischer Verlag, Kulturredakteur der Tageszeitung Die Welt und bis 2017 Literaturchef des Nachrichtenmagazins Focus. Seither ist er freier Schriftsteller. Er hat Biografien über Franz Fühmann, Marcel Reich-Ranicki und Karl Marx veröffentlicht und erreichte die Spiegel-Bestsellerliste mit zwei erzählenden Sachbüchern über dramatische Kapitel der deutschen Literaturgeschichte: Februar 33 und Marseille 1940.
Zum Buch
Uwe Wittstock: Marseille 1940. Die große Flucht der Literatur. München: C.H. Beck, 2024. 351 Seiten, mit 28 Abbildungen und 2 Karten. 26 Euro.
Für die französische Übersetzung des Buchs – Untertitel: »Quand la littérature s’évade« (Als die Literatur entkam) – ist Uwe Wittstock als erster Deutscher mit dem jährlich verliehenen Literaturpreis der französischen Résistance-Kämpfer ausgezeichnet worden.
wann & wo
Donnerstag, 26. Februar 2026, 19 Uhr
Museum Haus Cajeth
Haspelgasse 12
69117 Heidelberg
Eintritt: 8 Euro, ermäßigt 5 Euro
Mit Unterstützung von Hassbecker’s Galerie & Buchhandlung und der Gesellschaft der Freunde des Museums Haus Cajeth e.V.




