2026-09-03T00:00:00+02:00
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Mitt­woch, 30. Sep­tem­ber 2026, 19:00 Uhr
Muse­um Haus Cajeth

»Herz­bü­cher und Brot­bü­cher?«
Regi­na Keil-Saga­­we im Gespräch mit dem Über­set­zer­ehe­paar Sabi­ne Mül­ler und Hol­ger Fock und der Über­set­ze­rin Sil­via Mora­wetz

Nötigt die noto­risch beschei­de­ne Ent­loh­nung über­set­ze­ri­scher Tätig­keit uns alle oder womög­lich nur ein­zel­ne Kol­le­gen, aus Grün­den der wirt­schaft­li­chen Ver­nunft zwi­schen Herz­bü­chern und Brot­bü­chern zu unter­schei­den? Wenn nein, umso bes­ser. Aber wenn ja, wel­cher Auf­trag fällt dann bei wem aus wel­chen Grün­den in die eine oder ande­re Kate­go­rie?
Wonach unter­schei­den wir, was wir im Stil­len hier­hin oder dort­hin ein­sor­tie­ren, wenn wir einen Auf­trag anneh­men? Kommt es vor, dass sich die Sor­tie­rung im Zuge der mal län­ger und mal weni­ger lan­gen Arbeit an dem jewei­li­gen Text ver­än­dert? Wel­che Eigen­schaf­ten des Tex­tes tra­gen dazu bei?
Sind die Sor­ten­gren­zen über­haupt starr oder viel­leicht doch flie­ßend?
Denkt man über­haupt in sol­chen Kate­go­rien? Und arbei­tet man, je nach Kate­go­rie, anders?
Dar­über wür­den wir bei der Welt­le­se­büh­nen­ver­an­stal­tung gern mit den Anwe­sen­den dis­ku­tie­ren, ihre Ansich­ten hören und ein paar Sei­ten aus einer lupen­rei­nen Herz­buch­über­set­zung vor­le­sen.

Sil­via Mora­wetz (Foto: W. Heer­mann), Sabi­ne Mül­ler und Hol­ger Fock (Foto: Tobi­as Bohm)

Sil­via Mora­wetz ist eine der renom­mier­tes­ten Über­set­ze­rin­nen zeit­ge­nös­si­scher anglo­pho­ner Lite­ra­tur aus den Gen­res Roman, Kri­mi­nal­ro­man, Erzäh­lung, Lyrik, Essay, Jugend­li­te­ra­tur, Hör­spiel, Bio­gra­fik und Kunst­ge­schich­te. Zu den von ihr ins Deut­sche über­tra­ge­nen Autoren gehö­ren u.a. Alain de Bot­ton, Ter­ry Eagle­ton, James Kel­man, Ali Smith, Peter Max, David Bel­lons, Anne Sex­t­on, Joy­ce Carol Oates, Gore Vidal, Hen­ry Mil­ler, Emi­ly Carr, Eli­sa­beth Bowers und C.K. Stead. Sie war 1990–97 Chef­re­dak­teu­rin und Her­aus­ge­be­rin der VdÜ-Ver­­­band­s­­zei­t­­schrift »Der Über­set­zer«, hat zahl­rei­che Sti­pen­di­en und Prei­se für ihr über­set­ze­ri­sches Werk erhal­ten, 2026 aktu­ell den Rebek­­ka-Preis des Freun­des­krei­ses zur För­de­rung lite­ra­ri­scher und wis­sen­schaft­li­cher Über­set­zun­gen e.V. für »lang­jäh­ri­ges, her­aus­ra­gen­des Über­set­zen«.
Hol­ger Fock
, geb. 1958 in Lud­wigs­burg, über­setzt seit vier Jahr­zehn­ten fran­zö­si­sche Lite­ra­tur u. a. von Thé­o­phi­le Gau­tier, Clé­ment Pan­saers, Jac­ques Rig­aut, André Bre­ton, Pablo Picas­so, Pierre Guyo­tat, Pierre Michon und Antoine Volo­di­ne. 2008 erhielt er den För­der­preis zum Euro­päi­schen Über­set­zer­preis Offen­burg, 2009 den Aner­ken­nungs­preis der Dia­log­werk­statt Zug und 2015 den Schwei­zer Prix léma­ni­que de la tra­duc­tion. Bis 2017 war er Prä­si­dent des Rats der Euro­päi­schen Lite­ra­tur­über­set­zer­ver­bän­de CEATL.
Sabi­ne Mül­ler, geb. 1959 in Lauf­fen am Neckar, über­setzt seit 35 Jah­re aus dem Eng­li­schen und Fran­zö­si­schen seit 1994 gemein­sam mit Hol­ger Fock u.a. Wer­ke von Patrick Deville, Mathi­as Enard, Phil­ip­pe Grim­bert, Pierre Loti, Alain Maban­ck­ou, And­reï Maki­ne, Erik Orsen­na, Oli­vi­er Rolin, Lyn­dal Roper, Moha­med Mbou­gar Sarr und Céci­le Wajs­brot.
2011 wur­den sie für ihr gemein­sa­mes Werk mit dem Eugen-Hel­m­lé-Über­­­se­t­­zer­­preis aus­ge­zeich­net. 2023 erhiel­ten sie zusam­men mit Moha­med Mbou­gar Sarr für den Roman »Die geheims­te Erin­ne­rung der Men­schen« den Inter­na­tio­na­len Lite­ra­tur­preis des Hau­ses der Kul­tu­ren der Welt in Ber­lin; 2023 wur­de ihnen zudem der Paul-Celan-Preis des Deut­schen Lite­ra­tur­fonds zuge­spro­chen.
Regi­na Keil-Saga­­we, über­setzt seit drei Jahr­zehn­ten über­wie­gend fran­ko­pho­ne Lite­ra­tur aus dem Maghreb, u.a. Habib Ten­gour und Moha­med Dib, Céci­le Oumha­ni und Leï­la Maroua­ne, Yas­mi­na Kha­dra und Boua­lem San­sal, Driss Chraï­bi, Mahi Bine­bi­ne und Yous­souf Ami­ne Elala­my. Aktu­ell hat sie eine DÜF-Gas­t­­do­­zen­­tur für lite­ra­ri­sches Über­set­zen an der Uni­ver­si­tät Göt­tin­gen inne.

Eine Ver­an­stal­tung der Welt­le­se­büh­ne e.V. in Zusam­men­ar­beit mit dem Freun­des­kreis Lite­ra­tur­haus Hei­del­berg e.V. und dem Muse­um Haus Cajeth.
Dem Kul­tur­amt der Stadt Hei­del­berg sei Dank für die freund­li­che Unter­stüt­zung. Geför­dert vom Deut­schen Über­set­zer­fonds.

wann & wo

Mitt­woch, 30. Sep­tem­ber 2026, 19:00 Uhr
Muse­um Haus Cajeth
Has­pel­gas­se 12
69117 Hei­del­berg

Ein­tritt: frei.

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